Buchbesprechung: H.-J. Gottschalk: Skandinavien - Pflanzen im Fjäll
Edition Elch. 2005. ISBN 3-937452-03-6

Man dachte bei der Ankündigung des Titels freudig an eine mal wieder deutschsprachige Flora skandinavischer Gebirgspflanzen. Nach dem Kauf ärgert man sich über ein zwar gut gemeintes und liebevoll gemachtes, aber leider mit reichlich Fehlern behaftetes und dafür eindeutig zu teures Buch.

Schon beim ersten Durchblättern fallen zahlreiche völlig falsch benannte Fotos auf: Ranunculus pygmaeus ist illustriert mit einem Foto von Sibbaldia procumbens, Juncus biglumis mit einem von Trichophorum cespitosum, Carex capitata mit einem schlechten Luzula-Foto und – wirklich ärgerlich – Anthoxanthum odoratum mit einem von Alopecurus pratensis, bei letzterem stimmt aber wenigstens die Familie. Dazu kommen noch etliche zweifelhafte bzw. sicherlich falsche Bestimmungen wie Carex atrofusca (ist wohl Carex saxatilis), Carex parviflora (wäre eine Segge aus der atrata-Gruppe), Carex rariflora (wohl Carex magellanica), Ranunculus sulphureus (ist R. acris agg.), Tofieldia pusilla (auf dem unscharfen Foto ist wohl Juncus triglumis abgebildet), um nur die auffallendsten zu nennen. Bei weiteren Fotos, z.B. von Cicerbita alpina, Saussurea alpina oder Petasites frigidus wurde eindeutig der falsche Aufnahmezeitpunkt gewählt: die blühenden Blütenköpfe wären ein einfaches Fotoobjekt. Eher unwichtig erscheint mir die Aufnahme von auch außerhalb des Fjälls weit verbreiteten und als Kulturfolger zu bezeichnenden Arten wie Lotus corniculatus, Trifolium pratense, Trifolium repens oder Veronica chamaedrys.

Auch der Text lässt zu wünschen übrig. Die Standortbeschreibungen sind zu allgemein und zu wenig differenzierend. Gerade für Skandinavien wären noch mehr Hinweise auf kalkreiche Böden hilfreich: beispielsweise fehlt bei Dryas octopetala, einer klassischen Art kalkreicher Standorte jede diesbezügliche Anmerkung. Hinweise auf Verwechslungsmöglichkeiten wie bei Melampyrum pratense oder Lycopodium annotinum wären ebenso sinnvoll.

Eher amüsant sind Formulierungen wie: "Da sich Skandinavien nach Norden zu absenkt, liegt die subalpine Zone am Nordkap auf Höhe des Meeresspiegels" oder "Die Winter beginnen recht früh im Jahr und enden im Spätfrühling". Die Kebnekaise erhebt sich anders als in einer Profilzeichnung auch deutlich niedriger als 2400 m.

Kurz: Schade, enttäuschend.

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